Auf zur Percée du Vin Jaune!

Die Jumelage der Stadt Offenburg mit Lons-Les-Saunier

Unsere Partnerschaft mit den Fotoamateuren des Jura hat in diesem Jahr ein neues Highlight hinzu gewonnen:

Eine wahrhaftige Pilgerfahrt von Offenburg hat uns mitten ins Herz des vinophilen Frankreichs geführt. 

Der Vin Jaune, eine berühmte Weinspezialität, reift  nach der stattlichen Lagerzeit von 6 Jahren und drei Monate
aus im Keller. Jedes Jahr feiert eine andere der Erzeugergemeinden, in der der Wein entstehen darf, dieses Ereignis.

Dieses Jahr stand also LONS-LES-SAUNIER im Mittelpunk. Am letzten Januarwochende strömten also zahlreiche Verehrer:innen des
an Aromen reichen, oxidativen Weines in die Stadt. Wer nicht rechtzeitig ein Hotel- oder Gästezimmer in der Stadt reserviert hat das Nachsehen.

Die Planung liefen schon ein paar Monate vorher an: Wer möchte mit und wer fährt denn eigentlich jetzt tatsächlich alles?
 Wie das halt bei Planung so ist. 

Die Gastfreundschaft unserer französischen Freund:innen war wieder einmal überwältigend. 

Dominique Bretins herzliche Gastfreundschaft und sein Wintergarten war wieder einmal Dreh- und Angelpunkt für unsere Treffen.
 Gemeinsam bereiteten wir das Abendessen am Samstag abend vor, ein kleiner Sektempfang und schon schnattert es überall.

Freitagabend steht im Zeichen des kreativen Austausches beider Vereine

Aber halt! Der Freitag stand natürlich ganz im Zeichen des kreativen Austausches: In den neuen Vereinsräumlichkeiten, in denen die APAJ 
ihre Treffen abhalten, trafen wir uns zum gemeinschaftlichen, französisch schmackhaften Abendessen. 

Und natürlich zum gemeinschaftlichen Staunen über Motive und Leidenschaften der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, deren Fotos mit Hilfe eines Beamers
 den Weg an die Wand fanden.

Ebenso wie bei uns spielt die Vielfalt eine große Rolle im Verein und das nicht nur bei den Motiven. Mitglieder, die erst vor kurzem die Leidenschaft zur Fotografie
entdeckt haben sind dort ebenso zu finden wie erfahrene Fotograf:innen, die in Gemeinschaft immer noch dazu lernen und Neues entdecken.

Am Samstag morgen ging’s dann tatsächlich los: Nicht zu viel Ausrüstung, lauftaugliche Schuhe und eine ordentliche Portion Neugier.
Ausgestattet mit Weinglas, Probiertgutscheinen und vollen Handyakku sonderten wir erst einmal ein wenig das Terrain. 

Der Gottesdienst in der kleinen Kirche, in der das Fass Vin Jaune des Jahrgangs geweiht werden sollte, war natürlich bis auf den letzten Platz besetzt.

Wir machten es den vielen Fans des gelben Tropfens nach und positionierten auf dem Place de la Liberté, auf dem die Bühne stand.
In einer langen Prozession wird das Fass feierlich auf vielen Schultern der Weinbruderschaft dort hin getragen und in etlichen wertschätzenden Reden bedacht. 
Der Wein aus der Rebsorte Savagnin wird ebenso feierlich aus dem Fass befreit, es gibt Botschafter für den Wein, die jedes Jahr nur ernannt werden und so die Gruppe der Fürsprechenden vergrößert.

Zum Wein gehört der Käse – oder andersherum!

Ebenso wie das Glas Vin Jaune gehört zur Percée das fröhliche Lied, dass alle anstimmen und den Wein besingt und natürlich ein Stück Comté, einer der typischen Käse des Jura!

Der Wein wird auf der Bühne in die typische Clavelin-Flasche gefüllt und von Frauen in speziellen Schürzen zum Volk hinab von Bühne gebracht. Unter fröhlichem johlen, singen, prosten ausgeschenkt, genossen und ausgebiegig von den Kenner:innen besprochen.

Frisch aus dem Fass stehen seine oxidativen Noten im Vordergrund und er schmeckt… sehr intensiv. Mit einem Stück Käse genossen offenbart der Wein aber
sein Potential, das wir am Abend und am nächsten Morgen noch mal in harmonischer Schönheit erfahren durften.

Auch andere Spezialitäten werden wir kennenlernen

Und dann geht es richtig los: Ab durch die Strassen, hinein in die Keller, treiben lassen inmitten fröhlicher, teils verkleideter Menschen, die Schlange stehen vor den Kellern ihrer Lieblingswein-Winzer:innen. Denn dort gibt es nicht nur Vin Jaune, sondern auch etliche andere Spezialitäten wie den Vin de Paille, Cremant und und und.

Jumelage geht durch den Magen, natürlich – besonders in Frankreich!

Durch die vollen Gassen mit vielen fröhlichen und immer fröhlicheren Menschen führte unser Weg schließlich in die kleine Galerie, die unsere Freundinnen und Freunde 
in der Rue de Commerce, jener pittoresken Strasse in der Stadt, mit Bildern ausgestattet hatten. Eine „Expo Photo“ mit starken Bildern, darunter einigen Werken des ältesten Mitglieds des APAJ, dessen Erfahrung in ruhigen, liebevoll wie sorgsam komponierten Aufnahmen spürbar wird.

Unser Ehrenvoristzender Wolfgang Lucya ist zwar noch ein paar Jahre jünger, aber auch er freute sich dabei zu sein und streifte neugierig und aufmerksam mit seiner Kamera durch die Gassen. Seine Begeisterung lächelte aus den Augen!

Kleines Menu regionaler Spezialitäten stärkt uns

Wer viel läuft, bekommt natürlich Hunger und auch hier zeigte sich LONS-LES-SAUNIER wieder von seiner gastfreundlichsten Seite. Ein kleines Menu französischer Spezialitäten 
überzeugt unsere Gruppe so schnell wie sie uns sättigte. Herrlich!

Das gesellige Beisammensein bei unserem Freund Dominique, der Organisator und begeisterter Fotograf in Person ist, war nach der Percée ein weitere Tüpfelchen auf dem „i“.

Gemeinsames Vorbereiten des Abends gehört ebenso dazu wie das Decken der Tische und je näher das Eintreffen der übrigens Mitglieder der APAJ kam, desto größer wurde die Vorfreude auf den wie immer kurzweiligen Abend. Da lebt auf einmal auch der französische Wortschaft vergessen geglaubter Kurse und Schulstunden wieder auf. Und wer nur Muttersprache und Englisch kann hilft sich so oder bemüht die Übersetzer auf beiden Seiten.

Bis tief in die Nacht gehen diese Abende nie.Wir sind ja nicht zum Essen und trinken hier, sondern möchten möglichst viel Zeit mit Menschen und der Fotografie verbringen…

Was für ein Glück, wenn auch ein Winzer der Fotografie verfällt und auf sein Weingut einlädt!

Ein wundervolles Chateau mit Atmosphäre, aber auch mit moderner Technik und einladenden Motiven ohne Ende.

Vielen Dank, liebe Familie Deriaux! Es war uns ein Vergnügen, in den Keller zu schauen und all die wunderbaren Motive bei euch zu entdecken.

Die Familie teilt auf ihrer Internetseite übrigens nicht nur ihre Weine, sondern auch ein paar typische Rezepte der Region. Ein Besuch empfiehlt sich also auf jeden Fall!


https://domaine-de-montbourgeau.fr/


Der nächste Stopp führte uns zu einem winzigen Weingut, dessen bärtiger Seniorchef uns herzlich willkommen hieß und uns zur Probe lud.
Ein kleines Weingut hat kleine Fässer, nicht viel Platz – aber eine Probierstube, in der wir nicht nur viele schöne Motive fanden, sondern auch Gefallen am Vin Jaune mit ein paar Jahren auf dem Buckel. Oxydativer Wein kann in seiner Jugend recht herb und intensiv schmecken. Er ist uns nicht vertraut und dadurch noch mal ein wenig fremder als uns z.B. Wein älterer Jahrgänge. Man muss sich also hinein schmecken.

François Mossu, der das Weingut nach und nach an seine Tochter Alexandra (sie konnte leider nicht dort sein) übergibt, öffnete uns die Herzen und den Gaumen für die verschiedenen Rebsorten und Weine seines Kellers. Im Vergleich zum ganz jungen Wein des aktuellen Vin-Jaune-Jahrgangs war sein Wein sanft und ausgewogen. Kein Wunder also, das nicht nur eine leere Flasche unseren Vereinsraum ziert, sondern auch schöne Erinnerung mit nach Hause genommen wurden. Verkorkt oder einfach nur in der Kamera.

Auch der schönste Jumelage-Besuch geht einmal zu Ende und wir machten uns nach dem gemeinsamen Mittagessen, vielen Umarmungen und dem einen oder andere Blick auf die aufgenommen Motive auf de Heimweg. 

Und wie immer freuen wir uns auf den Besuch des französischen Partnerschaftsvereins zur Oberrheinmesse. Dort werden wir einige bekannte Gesichter der französischen Fotoamateure aus dem Jura begrüßen können und ihnen unsere Ausstellung zeigen, die sich diesem dem Thema „MOTIViert durch die Ortenau“ widmet.